Montag, 20. September 2010

Eine Nacht am Flughafen.

Viele hätten gedacht, dass es schon eher passiert, aber gestern war es endlich soweit.   Ich war in einer Bar, wollte unschuldig ein Bier bestellen und da war sie. Die Sprachbarriere.  Der Barmann hat einfach nicht verstanden, was ich von ihm wollte. Glücklicherweise lag das aber nicht an meiner Aussprache. Wenigstens nicht nur. In Boston gibt es einfach ganze Viertel, wo man nicht Englisch, sondern Spanisch spricht. Der Barmann hat also einfach kein Wort Englisch gesprochen. Und das nach 10 Jahren in Amerika. Das war aber nicht weiter schlimm. In einer Bar reicht ja zum Glück Zeichensprache. Jetzt aber  nochmal zu meinem letzten Eintrag.
Donnerstag Abend hat sich der Alkohol  nämlich anscheinend nicht auf meine Rechtschreibung ausgewirkt, sondern auf mein schwaches Herz. Oder so ähnlich. Der Thunderbird wird auf jeden Fall nicht noch einmal bestellt. Trotzdem finde ich den letzten Eintrag eigentlich  ganz sympathisch. Wenigstens habe ich so den Eindruck vermieden, dass die Welt hier perfekt und Amerika mein Traumland ist. So ist es nicht.  Es gibt echt unglaublich schöne Seiten, aber vieles ist gleichzeitig einfach fürn Arsch. Der Typ auf dem Billardtisch ist übrigens, wie soll es auch anders sein, Engländer. Waren am Freitag zusammen  mit anderen Leute vom Hostel in Boston raus. Wenigstens haben wir das versucht. Sind wegen meinem Deutschen Pass nämlich nicht in den Club reingekommen. Nicht wegen David Hasselhoff, sondern einfach weil die Türsteher meinen Pass nicht verstanden haben.  Zurück im Hostel haben wir uns dann entschlossen die letzte Flasche Wodka zu trinken. Einfach zum Trotz. Was ein dumme Idee. Sollte ja inzwischen gelernt haben, keinen Wodka mehr zu trinken.  Ich habe aber meines Wissen keinen beleidigt. Das ist doch schon mal ein Fortschritt. Trotzdem ist Boston aber  eine richtig geile Stadt.  Ich war noch nie in einer Stadt, die so lecker riecht. Überall gibt es kleine Pizzarien, Bäckereien und Märkte mit frischem Obst.und Gemüse. Es gibt sogar richtig leckeres Brot.
Ich musste diesmal auch nicht ganz alleine die Sehenswürdigkeiten besuchen, sondern hatte Unterstützung aus Deutschland. Cooler Weise macht  nämlich Dirk gerade ein Auslandsemester in der Nähe von Boston. Deshalb haben wir die Gelegenheit genutzt, um uns mal wieder zu sehen. Wir sind dann zufällig auch gleich wieder auf einer Demonstration gelandet. Und zwar nicht irgendeiner. Anstatt sich mit kleinen Themen, wie ein bisschen mehr Toleranz zu begnügen, ging es in Boston gleich um den Weltfrieden.  Dachten wir wenigtens. Nach ein paar Minuten ging uns dann ein Licht auf. In Wirklichkeit ging es zwar auch um Frieden, aber in gedrehter Form. Komischerweise waren bei der Demonstration aber einfach mal zehn mal so viele Leute wie in New York am Ground Zero. Was einem halt selber betrifft. Heute Nachmittag war ich mit Dirk und ein paar anderen Leuten im Fenway Park und habe dort eine wichtige Lektion gelernt. Baseball ist unglaublich langweilig. Es dauert einfach mal über drei Stunden und es passiert nichts. Wahrscheinlich vergleichbar mit dem Spiel Bayern gegen Köln dieses Wochenende. Was für ein Scheiß. Ich hasse Mannschaften, die sich nur hinten rein stellen!Und Morgen muss ich mich auch noch mit Martin rum schlagen. Wie kann man nur Köln Fan sein?
Ich werde den Eintrag jetzt auch mal beenden. Versuch gleich nochmal eine Mütze Schlaf zu bekommen. Befinde mich nämlich im Moment noch am Flughafen in Boston. Mein Flug geht Morgen früh um 6. Werde dann vom Flughafen abgeholt und dann gehts sofort zu meinem ersten Kurs um zehn. In diesem Sinne, gute Nacht. Tobi (Anmerkung vom Zukunfts-Tobi: Ich bin inzwischen gesund, aber natürlich total übermüdet in Gettysburg angekommen.)

1 Kommentar:

  1. Soll das heißen das du wie der obige Engländer auch recht unbequem auf einer improvisierten Schlafgelegenheit genächtigt hast? Dann will ich mal hoffen das du das nicht an deinen armen Students ausgelassen hast :P
    mfg Jens

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