Dienstag, 18. Januar 2011

Halbzeit

Ganze neunzehn Tage sind seit meinem letzten Eintrag vergangen. Das ist zwar beim weitem kürzer als seit Rubens letztem Lied oder einer guten Folge von „How I met your mother“, aber meine längste Pause bisher und definitiv zu lange für meine Mutter.  Das heißt natürlich nicht viel, ist aber Grund genug meine Winterferien zu  beenden. Leider habe ich aber für die Pause keine wirkliche Erklärung.  Am Mangel von Ereignissen liegt es jedenfalls nicht. Ich habe zwei Wochen in New York verbracht. Ich wurde ausgeraubt. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben Bier Pong gespielt und es hat mich weder den Verstand noch den Mageninhalt gekostet. Ich habe sinnlos Geld verprasst, in kürzerer Zeit als die meisten Leute es verdienen. Ich wandelte im Mondschein auf Pfaden, von denen ich am nächsten Morgen nicht mehr viel wusste.  Mir wurde auf einen Toilette ein Blow-Job angeboten. Ich habe eine Woche von zehn Dollar gelebt. Ich habe tagelang kein Sonnenlicht gesehen, habe tödliche Schneestürme überlebt,  irischen Volkslieder gesungen und unendlich viel Zeit im Nichtstun verschwendet. Dieser Eintrag erzählt aber nicht die Geschichten dieser Ereignissen. Es ist nämlich genau das eingetreten, was ich vermeiden wollte. Den Blog zu einem Märchen verkommen zu lassen.  In gewisser Hinsicht war mein letzter Einträge nicht ganz ehrlich. Nicht im Wahrheitsgehalt, sondern in der Auswahl der Bilder und Geschichten. Was ich erzähle und was ich auslasse.  Teilweise war Puerto Rico einfach nur langweilig und im Endeffekt ist New York auch nur eine Stadt. Ein sehr aufregendes, aber gleichzeitig irgendwie nicht reales Gebilde aus Macht, Geld, Enge, Lärm und Dreck. An manchen Tagen habe ich es fast bereut, nicht für ein paar Tage nach Deutschland zurück geflogen zu sein. Obwohl bereuen wahrscheinlich das falsche Wort dafür ist. In gewisse Weise scheint man immer das zu vermissen, was man gerade nicht hat. Oder so. Dieses Gefühl ist wirklich schwer in Worte auszudrücken. Ausnahmsweise ist dieser Ausdruck aber keine leere Redewendung . Ich hänge tatsächlich seit mindestens zehn Minuten an diesem Stelle fest und langsam beschleicht mich das Gefühl, dass ich selber nicht so genau weiß, worauf ich eigentlich hinaus will. Wahrscheinlich ist das genau der Punkt. Was will ich hiermit eigentlich genau sagen? Aus diesem Grund werde ich mich ausnahmsweise einmal kurz halten und den Rest in ein paar knappen Zeilen zusammenfassen . Dieses Vorgehensweise hat außerdem den Vorteil, dass ich gleich noch auf ein Bier zum Blue Parrot  kann. Heute ist nämlich mein letzter Ferientag. Morgen beginnt dementsprechend das neue Semester. Manchmal ist fast unheimlich, wie schnell die Zeit vergehen kann. Ich bin seit zwei Wochen wieder in Gettysburg und  jetzt geht es schon wieder los. Trotzdem freue ich mich drauf. Die Pause war lange genug.

5 Kommentare:

  1. Und genau dafür lieber Tobi liebe ich dich so. Du zeichnest nicht nur die schöne interessante Welt mit Geschichten nach sondern bist auch selbst-kritisch genug zu sagen "Da gibt es auch noch anderes, so spannend war das alles nicht. Und das ist viel Wert, auch wenn ich die Geschichte vom Überfall bei Gelegenheit gerne noch hören würde! Ansonsten leide ich unter ähnlichen Blog-bezogenen Problemen, allerdings ist es bei mir momentan eher die Zeit die fehlt aber bald sollte ich es mal wieder schaffen. Bis dahin immer fleißig weiter bloggen damit ich morgens beim Frühstück Unterhaltung habe.
    Alles Gute,
    Jens

    AntwortenLöschen
  2. Du hast ja gar nicht geschrieben, ob du den Blowjob angenommen hast. :D

    AntwortenLöschen
  3. hey tobi, ich freue mich dich in der liga der bierpong spieler zu begrüßen, sobald du wieder in good old germany bist möchte ich mich unbedingt mit dir messen, leo der hier grade neben mir in der langmann vorlesung sitzt will auch mitspielen

    AntwortenLöschen
  4. Koennen wir auf jeden Fall mal machen, kann ja bis dahin noch ein wenig trainieren. @Leo, koennen die tag mal skypen. Dann erzaehl ich dir die ganze Geschichte.

    AntwortenLöschen
  5. uh, das ist fies! ich will lauschen!
    marie

    AntwortenLöschen