Endlich ist das Badezimmer sauber. Nach zwei Wochen langsamer Verdreckung habe ich endlich zu Mopp und Schwamm gegriffen und dem Leiden ein Ende bereitet. Natürlich war dieser Zustand in erster Linie auch meine Schuld. Ich war letzte Woche an der Reihe und habe das irgendwie verschleppt. Meine ehemalige Mitbewohnern können davon bestimmt ein Lied singen. Ich habe mich im Laufe dieses Semesters aber wirklich verbessert. Das Zusammenlebens mit einer Japanerin hat da wirklich geholfen, da bei Missachtung sofort ein wirtschaftliches Embargo am Wochenende droht. In der WG waren die Sanktionen ja überschaubar und die Schlupflöcher deutlich größer.
Das ist auch im Prinzip die wichtigste Sache, die ich bei meinem Seminar über Spieltheorie dieses Semester gelernt habe. Wer die Regeln für ein Spiel festsetzt, kann das Spiel in jegliche Richtung lenken. Zurzeit beschäftigt mich aber mit einer sehr viel dümmeres Frage. Warum hört man traurige Lieder?
Ist es, weil man traurig ist, oder ist man nur traurig, weil man traurige Lieder hört. Es wäre interessant, wenn ihr beim lesen hören könntet, was für Musik ich nebenbei höre. Vielleicht würde man dann dieses Eintrag in einem anderen Licht sehen. Im Moment höre ich zum Beispiel „Army“ von Boy. Nur der erste Satz hat schon dazu geführt, dass ich die letzten drei Minuten jegliche Konzentration auf den Text verloren haben. Ob man das beim lesen bemerkt? Auf der anderen Seite. Wahrscheinlich würde man auch leichter die Stellen entdecken, wo ich von anderen Quellen inspiriert wurde. Das ist ja wirklich gefährlich geworden heutzutage. Es droht sofort die öffentlich Brandmarkung als Lügner und Betrügers. Als Verräter an den bürgerlichen Idealen von Anstand, Fleiß und Ehre. Das ist auch die einzige Sache, die ich der Opposition wirklich vorwerfe. Nicht die Kritik an seinem Verhalten oder die Forderung, dass Guttenberg zurücktreten muss, sondern nur die gespielte Entrüstung über das eigentliche Vergehen. Als ob nicht jeder schon mal betrogen hätte. Wegen Guttenberg habe ich deshalb eine Karriereoption weniger.
Ist es, weil man traurig ist, oder ist man nur traurig, weil man traurige Lieder hört. Es wäre interessant, wenn ihr beim lesen hören könntet, was für Musik ich nebenbei höre. Vielleicht würde man dann dieses Eintrag in einem anderen Licht sehen. Im Moment höre ich zum Beispiel „Army“ von Boy. Nur der erste Satz hat schon dazu geführt, dass ich die letzten drei Minuten jegliche Konzentration auf den Text verloren haben. Ob man das beim lesen bemerkt? Auf der anderen Seite. Wahrscheinlich würde man auch leichter die Stellen entdecken, wo ich von anderen Quellen inspiriert wurde. Das ist ja wirklich gefährlich geworden heutzutage. Es droht sofort die öffentlich Brandmarkung als Lügner und Betrügers. Als Verräter an den bürgerlichen Idealen von Anstand, Fleiß und Ehre. Das ist auch die einzige Sache, die ich der Opposition wirklich vorwerfe. Nicht die Kritik an seinem Verhalten oder die Forderung, dass Guttenberg zurücktreten muss, sondern nur die gespielte Entrüstung über das eigentliche Vergehen. Als ob nicht jeder schon mal betrogen hätte. Wegen Guttenberg habe ich deshalb eine Karriereoption weniger.
Meine Bachelorarbeit hält garantiert keiner genauen Überprüfung stand. Danke dafür. Aber weg von dem populärer Volkssport, jedem Verlierer noch einen Arschtritt mitzugeben. Das können andere wesentlich besser als ich. Ich bin auf jeden Fall immer noch im Land der betrunkenen Autofahrer.
Inzwischen seit über sieben Monaten und davon die letzten beiden Monate ununterbrochen im dem wohl wichtigsten Dorf der Geschichte der Vereinigten Staaten. Gettysburg. Die Frage ist nur. Was macht man in diesem Gottverlassenen Dorf am Wochenende? Zum Glück ist dieses Frage ganz einfach zu beantworten. Wenigstens für dieses Wochenende. Ich habe es nämlich vollständig damit verbracht ein Buch zu lesen. The Wise Man's Fear von Patrick Rothfuss. Dafür habe ich eine Verabredung vergessen, ein Versprechen gebrochen und nur in zwei Fällen mein Zimmer verlassen. Um auf Toilette zu gehen und einmal, um ein Paket zur Post zu bringen. An einem Punkt ist Alba schließlich in mein Zimmer gekommen und hat mich im wahrsten Sinne des Wortes gezwungen, etwas zu essen. Aus diesem Grund bin ich auch heute Abend wieder einmal in der Bibliothek gelandet. Das Buch musste zu Hause bleiben. Ich habe es zwar gestern zu Ende gelesen, aber einige Stellen würde ich gerne noch einmal lesen. Dabei ist das Buch eigentlich gar nichts besonderes. Nur der typische Stoff, aus dem die Phantasien eines kleinen Junges bestehen. Ein Fantasybuch über einen jungen Mann auf der Suche nach den Mördern seiner Eltern. Natürlich landet er dabei irgendwann auf einer Zauberschule, bezwingt mystische Ungeheuer und findet nebenbei die Liebes seines Lebens. Dafür war ich schon immer anfällig.
Allerdings ist das Buch verdammt gut geschrieben und verzichtet auf jeglichen Zauberringe, Drachen und die Moralkeule von Harry Potter. Aus diesem Grund sollte ich eigentlich auch vorsichtiger mit Bemerkungen über Twilight sein. Nicht zu vergessen, dass ich die ersten beide Teile selber gelesen habe. Das ist auch ein Grund, warum ich hier bin: Recherche. In der Bibliothek gibt es nämlich eine ganze Handvoll von deutschen Zeitungen Nicht nur den Spiegel, sondern auch die Zeit, den Focus, die Welt und die FAZ. Den Kicker gibt es leider nicht. Heute bin ich aber am Titel vom Spiegel hängen geblieben. Bild. Die Brandstifter. Wie originell. Ich musste da gleich an die Weihnachtsspezial vom Spiegel denken. Leider ist diese Ausgabe noch harmlos. Wenn man Islam und Spiegel bei Google eingibt, spuckt der Suchdienst schnell weitere Friedensstiftende Titelseiten aus.
Besonders für den Ölpreis sind die ganzen Islamisten ja überaus schädlich. Da wünscht man sich ja fast, dass Gaddafi im Amt bleibt. Wenigstens gibt es so genug Material für Volker Pispers.
Nun aber zu etwas Positiven. Nächste Woche ist Springbreak. Ich werde diese Woche zusammen ein paar Freunden ganz traditionell in Mexiko verbringen. Daher kommen auch die ganzen paradiesischen Bilder in diesen Beitrag. Wir haben uns auf der Isla Mujeres ein Haus gemietet und werden eine Woche das machen, was alle Collegestudenten um diese Zeit machen. Die Sonne genießen, Sangria trinken und möglichst viel Spaß haben. In einer noch allgemeineren Sprache kann ich das leider nicht fassen Mein persönliches Ziel ist es jedenfalls, möglichst viele Leute mit meinen Sprachkenntnissen zu beeindrucken. Alba hat mir nämlich letztes Wochenende einen kleinen Crashkurs in Spanisch gegeben. Neben diversen Schimpfwörtern hat sie mir den wohl wichtigsten Satz für im Prinzip jede mögliche Gelegenheit beigebracht.
Er kommt aus einem Film von Robert Rodriguez. Machete. Leider habe ich aber keinerlei Ahnung über die spanischen Rechtschreibung. Deswegen an dieser Stelle nur die englische Version. You messed with the wrong German. Mal schauen, wohin mich dieser Satz bringt. Hoffentlich nicht ins Krankenhaus.
Bis Mexiko habe ich aber noch einige Sachen zu tun. Morgen muss ich erst einmal starke Adjektivendungen einführen. Das macht man natürlich am Besten mit einem Trinklied. Also mal schauen, was die Studenten von Eisgekühlter Bommerlunder von den Toten Hosen halten. Trotz des vermeintliche simplen Textes kommen dort überraschenderweise alle starken Endungen im Nominativ vor. Wahrscheinlich hatten die Toten Hosen genau das im Sinn, als sie damals das Lied geschrieben haben. Starke Adjektivendungen. Am Freitag unterrichte ich dann noch zwei Stunden und dann geht es mit dem Flieger nach Mexiko. Deshalb überlege ich, ob ich nicht in der letzten Stunde einfach auf eine vielfach bewährte Lehrertaktik zurückgreife und einen Film zeigen. Mit ziemlicher Sicherheit werden am Freitag eh höchsten eine Handvoll Studenten auftauchen. Wahrscheinlich kommt überhaupt keiner. Deshalb wäre es ziemlich zwecklos ein neues Thema einzuführen. Außerdem wollte ich immer schon sehen, wie die Studenten auf Volker Piskers reagieren.
Vielleicht sollte ich es aber auch einfach wie mein Professor in Spieltheorie machen. Der hat der ganze Klasse Geld geboten, damit wir nächsten Freitag nicht zu seiner Klasse kommen. Natürlich nicht, ohne daraus ein Spiel zu machen. Das Prinzip dieses Spieles ist ganz einfach. Der Professor hat dreißig Dollarnoten und muss mit diesen Betrag alle fünfzehn Studenten überzeugen, nicht zu seiner Klasse kommen. Wenn er das schafft, fällt die Klasse aus. Wenn er einen Studenten nicht überzeugt, findet der Kurs ganz normal statt. Die Frage ist nun in welcher Reihenfolge die Verhandlungen mit jedem einzelnen Studenten stattfinden. Die erste Intuition bei diesem Spiel ist natürlich als letzter mit dem Professor zu verhandeln. Auf diese Weise hat man scheinbar den großen Vorteil, die endgültige Entscheidung über das Schicksal der Klasse zu treffen. In der Sichtweise von Spieltheorie ist diese Strategie aber genau die Falsche. Der Grund dafür ist ganz einfach. Man geht davon aus, dass man als rationaler Mensch nur auf seinen persönliche Vorteil schaut. Im Klartext heißt das. Selbst wenn ein anderer Student die Hälfte des Geldes bekommt und man selber nur einen Dollar, geht man auf den Deal ein. Mit dieser Argumentation ist es natürlich die einzig logischen Entscheidung, als erstes mit dem Professor zu verhandeln und sechzehn Dollar zu fordern. Der Rest bekommt dann einen Dollar und alle sind zufrieden. Leider zeigen die meisten Experimente, dass Menschen nicht rational sind. So auch unserer Klasse. Wir haben uns nicht geeinigt und haben daher nächsten Freitag ganz normal Unterricht.
Bis Mexiko habe ich aber noch einige Sachen zu tun. Morgen muss ich erst einmal starke Adjektivendungen einführen. Das macht man natürlich am Besten mit einem Trinklied. Also mal schauen, was die Studenten von Eisgekühlter Bommerlunder von den Toten Hosen halten. Trotz des vermeintliche simplen Textes kommen dort überraschenderweise alle starken Endungen im Nominativ vor. Wahrscheinlich hatten die Toten Hosen genau das im Sinn, als sie damals das Lied geschrieben haben. Starke Adjektivendungen. Am Freitag unterrichte ich dann noch zwei Stunden und dann geht es mit dem Flieger nach Mexiko. Deshalb überlege ich, ob ich nicht in der letzten Stunde einfach auf eine vielfach bewährte Lehrertaktik zurückgreife und einen Film zeigen. Mit ziemlicher Sicherheit werden am Freitag eh höchsten eine Handvoll Studenten auftauchen. Wahrscheinlich kommt überhaupt keiner. Deshalb wäre es ziemlich zwecklos ein neues Thema einzuführen. Außerdem wollte ich immer schon sehen, wie die Studenten auf Volker Piskers reagieren.
Vielleicht sollte ich es aber auch einfach wie mein Professor in Spieltheorie machen. Der hat der ganze Klasse Geld geboten, damit wir nächsten Freitag nicht zu seiner Klasse kommen. Natürlich nicht, ohne daraus ein Spiel zu machen. Das Prinzip dieses Spieles ist ganz einfach. Der Professor hat dreißig Dollarnoten und muss mit diesen Betrag alle fünfzehn Studenten überzeugen, nicht zu seiner Klasse kommen. Wenn er das schafft, fällt die Klasse aus. Wenn er einen Studenten nicht überzeugt, findet der Kurs ganz normal statt. Die Frage ist nun in welcher Reihenfolge die Verhandlungen mit jedem einzelnen Studenten stattfinden. Die erste Intuition bei diesem Spiel ist natürlich als letzter mit dem Professor zu verhandeln. Auf diese Weise hat man scheinbar den großen Vorteil, die endgültige Entscheidung über das Schicksal der Klasse zu treffen. In der Sichtweise von Spieltheorie ist diese Strategie aber genau die Falsche. Der Grund dafür ist ganz einfach. Man geht davon aus, dass man als rationaler Mensch nur auf seinen persönliche Vorteil schaut. Im Klartext heißt das. Selbst wenn ein anderer Student die Hälfte des Geldes bekommt und man selber nur einen Dollar, geht man auf den Deal ein. Mit dieser Argumentation ist es natürlich die einzig logischen Entscheidung, als erstes mit dem Professor zu verhandeln und sechzehn Dollar zu fordern. Der Rest bekommt dann einen Dollar und alle sind zufrieden. Leider zeigen die meisten Experimente, dass Menschen nicht rational sind. So auch unserer Klasse. Wir haben uns nicht geeinigt und haben daher nächsten Freitag ganz normal Unterricht.






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